Rückspiegel

Siegerpokale aus 120 Jahren ŠKODA Motorsportgeschichte

Trophäen von 1909 bis 2019

Anlässlich des 120-jährigen Motorsportjubiläums von ŠKODA AUTO werfen wir einen Blick auf besondere Trophäen aus den Frühzeiten des Rennsports bis heute. Dabei gehen wir zum Beispiel der Frage nach, wie die ersten Siegerpokale aussahen, die sich Fahrzeuge von LAURIN & KLEMENT zwischen 1909 und 1911 beim sogenannten Industriepreis gleich drei Mal in Folge sichern konnten. Auch die Trophäe des ŠKODA OCTAVIA TS 1200 für seinen doppelten Klassensieg im Rahmen der Shell 4000 Rallye quer durch Kanada im Jahr 1964 sehen wir uns genauer an.

 

1909: Industriepreis

Die zuverlässigen und schnellen Fahrzeuge von LAURIN & KLEMENT waren Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem bei Langstreckenrennen, den Vorläufern der heutigen Rallyes, sehr erfolgreich. Aber auch bei den legendären Bergrennen konnten sie überzeugen. Zwischen 1909 und 1911 fuhr die Marke bei dem von Prinz Erich von Thurn und Taxis gestifteten Industriepreis eine beeindruckende Siegesserie ein. Mit dieser Auszeichnung würdigte der österreichische Automobilclub in den Jahren 1909, 1910 und 1911 den Automobilhersteller mit den meisten gewonnenen Trophäen im Motorsport. In dieser Zeit feierten die Fahrzeuge von LAURIN & KLEMENT zahlreiche Siege. Die Konkurrenz war darüber derart verärgert, dass die Mitglieder des Verbandes der Automobilindustrie Österreichs 1912 beschlossen, sämtliche Motorsportveranstaltungen im Königreich Österreich-Ungarn zu boykottieren – mit Ausnahme der Alpenfahrt (Rallye Österreich).

1914: Alpenfahrt

Die Alpenfahrt startete in Wien, führte über unzählige Alpenpässe und zählte zu den anspruchsvollsten Motorsportveranstaltungen des frühen 20. Jahrhunderts. Der abgebildete Pokal trägt den klangvollen Namen „Die Große Alpine Wandertrophäe“ und stammt aus dem Jahr 1914. Als Veranstalter ließ der Österreichische Automobilclub die aufwändige und kunstvolle Auszeichnung anfertigen. Ihr Materialwert lag bei 10.000 Kronen – was zur damaligen Zeit in etwa dem Neupreis eines teuren Automobils entsprach. Die Trophäe blieb jenen Fahrern vorbehalten, die es schafften, die Alpenfahrt in den Jahren 1912, 1913 und 1914 ohne Strafpunkte zu absolvieren. Lediglich fünf Fahrern gelang dieses Kunststück. Sie erhielten vom veranstaltenden Österreichischen Automobilclub originalgetreue Nachbildungen dieser Trophäe. LAURIN & KLEMENT gelang hierbei ein außergewöhnlicher Erfolg: Zwischen 1910 und 1914 fuhr die Marke bei der Alpenfahrt als einziger Hersteller sogar fünf Siege in Folge ein.

1964: Shell 4000 Rally

Der ŠKODA OCTAVIA zählte in den 1960er-Jahren zu den besten Rallye-Fahrzeugen seiner Klasse. Davon zeugen zum Beispiel drei Klassensieg in Folge bei der legendären Rallye Monte Carlo zwischen 1961 und 1963 sowie weitere Triumphe in Europa. Doch damit nicht genug: Der OCTAVIA TS 1200 stellte sein Potenzial auch jenseits des „Großen Teichs“ mehrfach eindrucksvoll unter Beweis. Bei der 1962er Ausgabe der Shell 4000 Rally – die über 4.000 Meilen (6.437 Kilometer) von Montreal nach Vancouver quer durch Kanada führte – war der ŠKODA OCTAVIA das einzige Fahrzeug eines europäischen Herstellers, das die extremen Strapazen in teils sehr schroffem Terrain überstand. Wie hart diese Rallye wirklich war, lässt sich auch den Utensilien ablesen, die für jeden Teilnehmer zur Pflichtausrüstung zählten: Neben Gummistiefeln zum Durchwaten der zahlreichen Sümpfe war in den Rennfahrzeugen auch eine Leuchtpistole an Bord, um im Notfall Hilfe herbeirufen zu können. Der hier gezeigte Pokal erinnert an das tolle Ergebnis des ŠKODA Teams aus dem Jahr 1964: Damals eroberten die OCTAVIA TS 1200 in ihrer Klasse die Plätze eins, zwei und vier. Zusätzlich war ŠKODA die zweiterfolgreichste Automarke der Veranstaltung.

1971: Rallye Wiesbaden

Bei der 50. Ausgabe der Rallye Wiesbaden dominierten die ŠKODA 110 L Rallye mit Heckmotor und Heckantrieb in ihrer Kategorie – sie belegten die Plätze eins, zwei, drei und sechs. Die Geschichte der Rallye ist erwähnenswert, da sie ursprünglich eine westdeutsche Veranstaltung war. Doch zwischen 1968 und 1973 führte ein Teil der Route durch die damalige Tschechoslowakische Sozialistische Republik. Daher waren auch der Prager Automobilclub und später der Automobilclub Klatovy an der Rallye-Organisation beteiligt. Allerdings hatte die sozialistische Tschechoslowakei mit ihrer Politik der „Normalisierung“ kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit kapitalistischen Ländern. Der Versuch der Veranstalter, einen Teil der Route stattdessen nach Frankreich zu verlegen, scheiterte. Die Folge: Die Rallye Wiesbaden fand in den darauffolgenden Jahren nicht mehr zu altem Glanz zurück.

1977: ŠKODA Rallye

Diese Trophäe steht stellvertretend für die vielen Pokale, die der legendäre ŠKODA 130 RS bei Rallyes und Rundstreckenrennen einfuhr. Der „Porsche des Ostens“ debütierte im Juli 1976 bei der internationalen ŠKODA Rallye. Das Werksteam mit Václav Blahna am Steuer und Lubislav Hlávka auf dem Beifahrersitz sicherte sich den Sieg und ließ 181 Teams aus 11 Ländern hinter sich. Die Trophäe auf dem Bild stammt aus dem Jahr 1977 und erinnert an den zweiten von insgesamt fünf Siegen, die der ŠKODA 130 RS bei dieser Veranstaltung in Serie einfuhr. Am Steuer saß der Norweger John Haugland.

1994: Rallye Monte Carlo

Das Werksteam Pavel Sibera/ Petr Gross gewann mit dem ŠKODA FAVORIT 136 L/A zwischen 1991 und 1994 bei der legendären Rallye Monte Carlo vier Mal in Folge die Klasse bis 1.300 cm3 Hubraum. Aufgrund der großen Unterschiede zwischen den neuen Allradfahrzeugen und solchen mit nur einer angetriebenen Achse konzipierte die FIA einen neuen Wettbewerb. Dies war die Geburtsstunde des F2-Cups für Fahrzeuge mit Saugmotoren bis 2.000 cm3 Hubraum und nur zwei angetriebenen Rädern. 1994 setzten sich Pavel Sibera und Jiří Klíma gegen die anderen Teams durch und gewannen die hier gezeigte FIA-Trophäe für den Gesamtsieg in der F2-Kategorie.

2010: Intercontinental Rally Challenge (IRC)

Dieser Pokal von 2010 erinnert an den ŠKODA Triumph bei der Intercontinental Rally Challenge (IRC). Das Werksteam mit Pilot Juho Hänninen und Beifahrer Mikko Markkula sicherte sich im ŠKODA FABIA S2000 den Meistertitel in der Fahrerwertung. Mit Jan Kopecký und Petr Starý ging auch der zweite Platz an eine ŠKODA Crew. Mit diesem Doppelsieg sicherte sich ŠKODA zudem den Titel in der Herstellerwertung. Davon zeugt die hier abgebildete Trophäe. Übrigens: Die tschechische Marke gewann sieben von elf Saisonläufen.

2013: FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC)

Diese Auszeichnung nahm ŠKODA Pilot Jan Kopecký zum Abschluss der erfolgreichen Rallye-Saison 2013 am 7. Dezember im Rahmen der offiziellen FIA Zeremonie in Paris entgegen. Das Werksteam gewann mit dem ŠKODA FABIA S2000 erneut die ERC. Darüber hinaus gingen in der Asien-Pazifik-Meisterschaft (APRC) sowohl der Hersteller- als auch der Fahrertitel an ŠKODA. Am selben Abend wurden weitere ŠKODA Fahrer und Beifahrer für ihre Erfolge in der ERC, APRC und der südamerikanischen Meisterschaft CODASUR ausgezeichnet.

2016: FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC 2-Kategorie)

Am 20. November 2016 eroberten Esapekka Lappi und Janne Ferm mit dem ŠKODA FABIA R5 den Weltmeistertitel in der WRC2-Wertung. Mit ihrem Sieg beim Saisonfinale – der Rallye Australien – bescherten die beiden „fliegenden Finnen“ ŠKODA zum ersten Mal überhaupt die WRC2 Fahrer- und Beifahrertrophäe. Bei sieben WRC2-Einsätzen stand das Duo vier Mal ganz oben auf dem Siegerpodest. Insgesamt fuhr der ŠKODA FABIA R5 in der Saison 2016 bei zehn von 13 Läufen zur WRC2-Weltmeisterschaft zum Sieg. Diese wunderschöne Auszeichnung für den Meistertitel in der Teamwertung nahmen ŠKODA Vertreter zwei Wochen nach der entscheidenden Rallye Australien bei der FIA-Preisverleihung in Wien entgegen.

2018: FIA Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft

Doch nicht nur die Werksteams von ŠKODA Motorsport waren im internationalen Rallye-Sport überaus erfolgreich. Auch die Kundenteams der Marke mit dem geflügelten Pfeil im Logo steuerten für die Trophäensammlung zahlreiche Pokale bei. Cusco war das erste private Team, das mit dem ŠKODA FABIA R5 in Japan an den Start ging – und bald einen Erfolg nach dem anderen einfuhr. Mit dem Sieg bei der China-Rallye 2018 gewannen die Crew Yuya Sumiyama und Takahiro Yasui im ŠKODA FABIA R5 alle fünf Läufe zur FIA Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft (APRC) und erhielt dafür die maximale Punktzahl. Die gezeigte Trophäe verlieh die FIA an ŠKODA für den Sieg in der Herstellerwertung der APRC 2018.

2019: FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC2-Pro-Wertung)

Der neue ŠKODA FABIA R5 evo gewann in der Saison 2019 alle Titel der FIA WRC 2 Pro-Kategorie für Werkteams: Zusätzlich zum Meistertitel für Fahrer Kalle Rovanperä und Copilot Jonne Halttunen triumphierte ŠKODA auch in der Herstellerwertung. Das finnische Nachwuchstalent Kalle Rovanperä ging zudem als jüngster Laufsieger in die Geschichte der WRC2 ein: Bei seinem WRC2 Pro-Sieg in Australien war er gerade einmal 17 Jahre jung. In der WRC2-Kategorie fuhr das Privatteam Pierre-Louis Loubet/Vincent Landais an die Spitze. Sie alle und viele weitere ŠKODA Teams, Fahrer und Beifahrer zeigen, dass Erfolge im Motorsport seit mehr als 120 Jahren zur DNA von ŠKODA gehören.