Köpfe Wladimir Kaminer: über das Reisen mit SUPERB und Mama

Unser Gastautor Wladimir Kaminer ist mit seinem ŠKODA SUPERB und der Mama auf Reisen gegangen. Ziel: die Ostsee.

Meine Mutter spricht oft und gerne von Reisen, sie will am liebsten eine Weltumsegelung unternehmen, hat gleichzeitig aber Schwierigkeiten, zur Kaufhalle um die Ecke zu kommen. Regelmäßig bucht sie Reisen und bittet mich später, sie wieder zu stornieren. „So lange ich auf dem Sofa sitze und in den Reisekatalogen blättere, bin ich voller Lust und will sofort losziehen“, erklärt sie. „Aber wenn ich aufstehe, denke ich ,doch lieber nicht‘. Es sind zwei Welten, die sich völlig unterschiedlich anfühlen, die Welt, die man im Stehen und Gehen um sich hat, und die, die einen im Sitzen umgibt. Wenn Du, mein lieber Sohn, mitkommen würdest, hätte ich keine Angst zu verreisen.“

Gesagt, getan: Am liebsten mag Mama, mit mir im Auto auf Reisen zu gehen. Der ŠKODA SUPERB ist ein sehr komfortables Fortbewegungsmittel, der Kofferraum ist riesig, es lässt sich jede Menge mitnehmen. Im Juli hatte ich Zeit, ich versprach, mit Mama zusammen zu fahren. Nur wohin? Wir mussten uns zwischen Süden und Norden, zwischen Osten und Westen entscheiden. „Im Süden geht es ständig bergauf bergab, und die Sehenswürdigkeiten des Südens, alte Kirchen und Türme, haben jede Menge Treppen und kaum Fahrstühle, lass uns lieber in den Norden fahren. Im Norden ist Deutschland angenehm flach, man hat einen weiten Blick, das Wasser ist nicht zu salzig, die Luft ist rein und man muss keine Treppen hochklettern“, meinte meine Mutter.

Mit dem ŠKODA SUPERB zur Ostsee

Zwischen Nord- und Ostsee entschied sich Mama für Letzteres. Die Nordsee sei zu turbokapitalistisch, meinte sie. Es ist ihr schon früher öfter passiert, kaum, dass sie sich für teures Geld einen Strandkorb gemietet hatte, war das Wasser plötzlich weg. An der Ostsee ist eine solche Touristenpanne undenkbar, das Ostsee-Wasser zieht sich nicht zurück, es bleibt immer da, wo es sein soll. Die sozialistische Vergangenheit ist auch an der Natur nicht spurlos vorbeigegangen. Während in und an der Nordsee eine kapitalistische Ebbe- und Flut-Krise in Permanenz herrscht, plätschert die Ostsee planwirtschaftlich vor sich hin.

Mama packte also den Regenmantel, eine Winterjacke, Mückenspray, Sonnencreme, ihre Nordic-Walking-Stöcke ein... mit einem Wort: alles, was man für einen Urlaub an der Ostsee braucht und wir fuhren mit dem SUPERB los. Fünf Tage lang wanderten wir mit dem Auto vom Festland nach Rügen, dort ließen wir das Auto stehen und fuhren mit der Fähre rüber nach Hiddensee, eine skurrile deutsche Touristenattraktion. Das letzte Mal war ich vor dreißig Jahren auf der Insel gewesen, es hat sich dort nichts großartig verändert. Sogar die Einwohneranzahl ist konstant geblieben: 1267. Dieselben Menschen saßen in denselben Gaststätten und blätterten dieselben Speisekarten durch. Obwohl „blättern“ in diesem Fall eine krasse Übertreibung ist. Es werden nämlich gar nicht so viele Gerichte auf Hiddensee angeboten: Schnitzel, Dorsch und Matjesbrötchen. Als Aperitif: Sanddornschnaps. Als Digestiv – noch einen.


Während in und an der Nordsee eine kapitalistische Ebbe- und Flut-Krise in Permanenz herrscht, plätschert die Ostsee planwirtschaftlich vor sich hin.

„Die Vögel werden hier ,Mücken‘ genannt“

Das Bessere, sagen die Insulaner, ist der Feind des Guten. Die Flora und Fauna der Insel lässt sich mit dem Begriff ,Dornbusch‘ beschreiben. Alles, was Dornen und Stachel hat, kann hier gut wachsen und gedeihen. Die Vögel werden hier ,Mücken‘ genannt, sie heißen Klappergrasmücke, Dorngrasmücke, Mönchsgrasmücke, wahrscheinlich sollen diese Namen eine Verniedlichung ausdrucken, die Vögelchen sind recht klein. Die echten Mücken dagegen könnten hier Pinguine heißen, die sind groß, kräftig und fliegen bestenfalls immer geradeaus. Treffen sie auf einen Busch, ist die Flugkarriere aus. Treffen sie auf einen Touristen, können sie sich vollsaugen und vermehren.

Die Insulaner merken die Mücken nicht. Sie sind von ihrer stacheligen Landschaft hypnotisiert, sie wirken ruhig und still. Keine bösen Weltnachrichten erreichen ihr Ohr, außer einer: Seit 1989 hat sich die Wasserströmung geändert, sie spült immer mehr Sand an die Südspitze, die Insel wächst, und zwar in Richtung Rügen. Das ist eine ziemliche Katastrophe. Lieber würden die Hiddenseer sterben als sich in Rügen aufzulösen. Nachts gehen sie mit Schaufeln und Schubkarren ans Ufer, schütten den Sand ins Meer zurück und fluchen über Willy Brandt, der 1989 mit seinem Fluch das Land belegte: „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört!“


Die Insulaner merken die Mücken nicht

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