Rückspiegel Seit 110 Jahren im Einsatz: Krankenwagen von ŠKODA

Seit 110 Jahren fahren Lebensretter in Krankenwagen von ŠKODA zum Einsatzort – ein Blick in die Modellgeschichte.

Seit mehr als 110 Jahren sind Fahrzeuge von ŠKODA auf den Straßen unterwegs, um Leben zu retten. Wir werfen einen Blick zurück in die Historie der Krankenwagen der tschechischen Traditionsmarke und stellen den aktuellsten Notarztwagen vor: den ŠKODA KODIAQ.

1905 rollte mit der L&K Voiturette Typ A das erste Automobil aus den Fabriktoren der Unternehmensgründer Václav Laurin und Václav Klement vom Band. Der wassergekühlte Viertaktzweizylinder-Benzinmotor bot einen Hubraum von 1,0 Litern und sieben Pferdestärken. Ein Jahr später entstand eine leistungsstärkere Variante, die unter dem Namen Laurin & Klement C1 bekannt war. Dieser Wagen mit 12 PS, mehr als 2,0 Liter Hubraum und einem Radstand von mehr als 2,6 Meter ging als erster Krankenwagen der tschechischen Traditionsmarke in die Geschichte ein. Das Militär nutzte den Wagen für den Transport von verletzten Soldaten. Auf zwei Ebenen fanden vier Tragen Platz an Bord des Rettungsfahrzeugs.

Karosseriewerke rüsteten die ŠKODA Modelle zum Krankenwagen um

Bis nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden die ŠKODA Krankenwagen bei unterschiedlichen Karosseriebauern. Einer davon war Oldřich Uhlík. Sein Unternehmen mit Sitz in Prag war bekannt für hölzerne Aufbauten, mit denen Serien-Pkw zu Einsatzfahrzeugen umgerüstet werden konnten. Unter anderem legte sein Karosseriewerk am ŠKODA 125 von 1929 Hand an. Es handelte sich um ein leichtes Lastfahrzeug mit 1,9 Liter Huraum und einer Nutzlast von 1.250 Kilogramm. Die durch Uhlík umgebauten Exemplare fuhren im Dienst des Prager Gesundheitsamts.

Das nächste Geschichtskapitel führt uns nach Podolí, einem Stadtteil im Süden der tschechischen Hauptstadt. Er behebergt unter anderem ein berühmtes Sanatorium, das ebenfalls auf Krankenwagen von ŠKODA vertraute. Zum Einsatz kam der ŠKODA 6R mit Sechszylindermotor, 2,9 Liter Hubraum und 37 kW (50 PS) Leistung. Dank einer Gesamtlänge über fünf Metern konnten Patienten problemlos im Liegen transportiert werden. In der 18.000-Einwohner-Stadt Kadaň erschien im medizinischen Notfall ein ŠKODA 645, das kleinere Schwesternmodell des 6R. Er transportierte zwei Tragen, die auf Sprialfedern gelagert waren. Mitte der 1930er-Jahre wurden vermehrt ŠKODA Fahrzeuge der Mittel- oder Oberklasse wie ŠKODA RAPID, FAVORIT und SUPERB zu Krankenwagen umgerüstet. Mit einem Radstand von bis zu 3,4 Metern boten sie ausgezeichnete Voraussetzungen für diese Aufgabe.

In der Geschichte tauchen auch einige kleinere Rettungsfahrzeuge der Marke auf. Eines basierte auf dem gerade mal 3,8 Meter langen ŠKODA 995 von 1939, dessen Radstand nur 2,2 Meter betrug. Aufgrund des günstigen Preises von damals 17.300 tschechischen Kronen wurde das Modell liebevoll ‚Liduška‘ genannt – ein Mädchenname, in dem sich das tschechische Wort für ‚volkstümlich‘ verbirgt. Nach dem zweiten Weltkrieg kam vor allem der 1101 beziehungsweise 1102 zum Einsatz. Die als TUDOR bekannten Modelle aus Mladá Boleslav wurden ab Mai 1946 in Vrchlabí zu Krankenwagen umgewandelt.


In der 18.000-Einwohner-Stadt Kadaň erschien im medizinischen Notfall ein ŠKODA 645

Der Weg bis zum ŠKODA 1203

1952 entstand das erste Serienfahrzeug der Marke mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie: der ŠKODA 1200. Sein Radstand betrug 2.685 Millimeter, die Gesamtlänge 4,6 Meter. Das Modell bot unterschiedlichste Nutzungsmöglichkeiten – Lieferwagen, Leichenwagen und auch Rettungsfahrzeuge ergänzten die alltäglicheren Varianten wie Stufenhecklimousine und Kombi.

In der Krankenwagenausstattung bot der 1200 Platz für zwei übereinander angebrachte Liegen oder ein komfortableres Bett. Bis 1956 liefen fast 2.000 dieser Exemplare vom Band. 1955 folgte der etwas leistungsstärke ŠKODA 1201, der noch bis 1961 hergestellt wurde.


ŠKODA 1200

Nachfolger der Modelle 1200/1201 war der ŠKODA 1202. Im Vergleich zu seinen Vorgängern punktete der mit einem verbesserten Federungskomfort. Das erreichte ŠKODA, indem der Hersteller die querliegende Blattfeder über der Hinterachse durch Spiralfedern ergänzte. Vor allem beim Transport von Patienten kam der Vorteil des höheren Komforts zum Tragen. Allein 12.000 Exemplare des 1202 rollten bis 1970 aus dem Werk in Vrchlabí auf die tschechischen Straßen – und das umfasst ausschließlich die Krankenwagenvarianten. Nach dem 1202 war die Zeit des ŠKODA 1203 angebrochen. Der erste Prototyp entstand schon im Frühjahr 1962, die Serienproduktion lief aber erst sechs Jahre später an. Für drei Jahrzehnte sollte er das meisteingesetzte Rettungsfahrzeug in der Tschechoslowakei bleiben.


Für drei Jahrzehnte blieb der ŠKODA 1203 das meisteingesetzte Rettungsfahrzeug.

Mit dem ŠKODA FAVORIT begann 1987 die Ära der Fronttriebler. Dessen 35 Zentimeter längere Kombiversion FORMAN PLUS begründete ein neues Kapitel in der Krankenwagenhistorie. Es folgten FELICIA COMBI (ab 1995) und OCTAVIA COMBI (ab 1998). Heute erreichen tschechische Rettungskräfte den Einsatzort am häufigsten mit einem ŠKODA YETI.

Doch das neueste Rettungsfahrzeug von ŠKODA steht schon bereit: das neue SUV KODIAQ. Mit dem großen Bären will der tschechische Hersteller seine traditionsreiche Krankenwagenhistorie fortschreiben. Als Notarztwagen trägt der KODIAQ ein auffälliges Farbenkleid. Zu den gesetzlichen Vorgaben zählen zum Beispiel reflektierende Details, durch die das Fahrzeug im Dunkeln schon aus der Distanz erkannt wird. Der Ambulanzwagen auf Basis des KODIAQ ist mit modernster Technologie aus dem medizinischen Bereich ausgestattet und ist zudem höchst variabel. Das Equipment umfasst beispielsweise eine herausziehbare Plattform im Kofferraum. Sie bietet Platz für medizinische Ausrüstung und verfügt über einen Notfall-Stromversorgung.


Eine neue Ära

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