Top Story "Der 130 RS ist für mich das schönste Auto der Welt"

Wir haben für extratouch mit dem erfolgreichsten deutschen Rallyefahrer der Gegenwart, Matthias Kahle, und "Dr. ŠKODA" Jens Herkommer über ihre Anfänge im Rallyesport, die Faszination des 130 RS, das Erfolgsrezept ihrer Arbeitsbeziehung und ihren großen gemeinsamen Traum gesprochen.

Sie sind beide absolute Koryphäen auf ihrem Gebiet: Der eine, Matthias Kahle, ist der erfolgreichste deutsche Rallyefahrer der Gegenwart. Der andere, Jens Herkommer, ist Kahles Cheftechniker und einer der größten ŠKODA-Kenner im Lande. Nicht umsonst trägt der Sachse den Spitznamen „Dr. ŠKODA“. Was beide verbindet, ist die Liebe zum Motorsport im Allgemeinen – und speziell zum ŠKODA 130 RS. Der legendäre Rallyewagen der tschechischen Traditionsmarke ist bis heute einer der erfolgreichsten Tourenwagen der Welt und hat eine große Fangemeinde. 

Matthias, wie bist Du zum Rallyesport gekommen?

Matthias Kahle: Da gab es ein Schlüsselerlebnis, an das ich mich gut erinnere. Ich war ungefähr zehn Jahre alt, da lief im DDR-Fernsehen ein Musikvideo. Das hieß „Rallye-Polka“. Darin fuhr ein Mann im Takt der Polka-Musik mit dem 130 RS und machte unglaubliche Sachen mit dem Auto. Ich war fasziniert und wusste: Das will ich auch können.

Was hat Deine Familie dazu gesagt?

Kahle: Mein Vater wollte zunächst nicht, dass ich Rennfahrer werde. Er sagte: „Du machst doch immer alles kaputt.“ Aber ich habe es dann ja doch geschafft, obwohl es noch bis zur Wende gedauert hat, bis ich mit dem Rallyesport begonnen habe. Mein Vater hat seine Meinung übrigens mittlerweile geändert.

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Wie würdest Du Deine Beziehung zum Auto beschreiben?

Kahle: Das Auto bedeutet für mich zunächst einmal Freiheit. Wenn ich mich mit meinem Auto am Limit bewege, dann ist das für mich Sport – und auch eine Form von Kunst.

Und Du, Jens? Was bedeuten Autos für Dich?

Jens Herkommer: Autos sind mein Leben. Ich bin ein sehr technikbegeisterter Mensch und obwohl ich mich seit 1985 mit Autos beschäftige, habe ich noch nicht alle Geheimnisse ergründet. Es wird also nie langweilig.

Wie habt Ihr Beiden Euch kennengelernt?

Kahle: Auf einer Oldtimer-Rallye. Wir haben uns unterhalten und Jens hat den Fehler gemacht, zu sagen: „Wenn mal was ist, dann können wir gerne was zusammen machen…“

Herkommer: Kurze Zeit später, rund zwei Wochen vor dem Beginn der Deutschen Rallyemeisterschaft, kam dann der Anruf. Matthias wollte starten, hatte aber nicht einmal ein Auto. Er hat nur gefragt: „Hast Du Lust?“ Die hatte ich und am Ende der Saison haben wir die Deutsche Rallyemeisterschaft gewonnen.


Wenn mal was ist, dann können wir gerne was zusammen machen…

Wie eng arbeitet Ihr zusammen?

Herkommer: Sehr eng. Wir telefonieren jeden Tag und oft stundenlang. Uns verbindet auch viel mehr als eine Arbeitsbeziehung, in den Jahren ist eine Freundschaft zwischen uns entstanden.

Wie wichtig sind Jens und sein Team für Dich, Matthias?

Kahle: Immens wichtig. Ich kann mich bei jedem Rennen darauf verlassen, dass alles 100-prozentig vorbereitet ist. Das ist unheimlich viel wert und eine riesige Erleichterung, so ein Team hinter sich zu wissen. Ich vertraue Jens und seinen Jungs blind und kann mich deswegen voll auf meine Aufgaben konzentrieren.


Wir telefonieren jeden Tag

Ist es für Deine Kollegen und Dich etwas Besonderes für Matthias zu arbeiten, Jens?

Herkommer: Ja klar. Wer für den Besten arbeitet, gibt das Beste. Das gilt für mich, genauso wie für mein Team. Da muss jedes Rädchen ins andere greifen, um erfolgreich zu sein.

Kahle: … und das Besondere ist, dass bei aller Detailversessenheit und allem Ehrgeiz immer eine sehr entspannte Atmosphäre bei uns herrscht. Das ist schon sehr außergewöhnlich und macht einfach Spaß.


Wer für den Besten arbeitet, gibt das Beste

Was verbindet Ihr mit ŠKODA?

Herkommer: Ich habe 1985 meine Lehre bei ŠKODA begonnen – und bis heute gibt es seither ganz wenige Tage in meinem Leben, in denen ich mich nicht mit einem alten ŠKODA beschäftigt habe. Die Technik von ŠKODA war immer sehr fortschrittlich und die Autos fuhren sich super. Ich kann wirklich sagen, dass ich von Anfang an verliebt war in diese Autos, und diese Liebe ist nie verloren gegangen.

Kahle: Auch ich bin mit ŠKODA aufgewachsen. Im Ostblock war ŠKODA das Beste, was es gab. Meine Eltern hatten einen Trabant und es hieß immer: Wenn wir mal zu richtig Geld kommen, dann wird’s ein ŠKODA…

Ihr seid bei den Showfahrten vieler Rallyes mit dem 130 RS unterwegs. Jetzt auch bei der Deutschland-Rallye. Was macht den Reiz dieses Kultwagens aus?

Kahle: Wie gesagt bin ich ja durch den 130 RS überhaupt erst zum Rallyesport gekommen. Dass ich dann irgendwann selber zu ŠKODA gekommen bin und dieses Auto fahren durfte – das hätte ich damals nicht zu träumen gewagt.

Herkommer: Der 130 RS ist für mich das Rallyeauto und das schönste Auto der Welt. Damit hat ŠKODA dem Motorsport einen großen Dienst erwiesen. Obwohl ich mich mein Leben lang mit ihm beschäftige, ist meine Faszination ungebrochen. Und damit bin ich nicht alleine. Bei Rallyes kommen regelmäßig Menschen auf uns zu, die kennen jede Schraube und jedes Detail dieses Autos.


Der ŠKODA 130 RS

Was ist Euer Traum für die Zukunft?

Kahle: Mein großer Traum ist es, mit dem 130 RS bei der Rallye-Europameisterschaft anzutreten. Da gibt es Klassenwertungen – man könnte mit diesem Auto also Europameister werden. Das ist nicht unrealistisch, denn der 130 RS ist so gut gebaut, dass er sich vor keinem vergleichbaren Auto verstecken muss.

Herkommer: Das ist auch mein großes Ziel. Wir haben dieses Auto bei jeder Rallye-Teilnahme ein Stück weiterentwickelt. Sich auf europäischer Ebene im Wettkampf messen zu können – das wäre das Ende einer langen Entwicklung.

Info

Matthias Kahle ist 48 Jahre alt. Der gelernte Anlagen-Monteur stammt aus Görlitz und begann nach der Wende mit dem Rallyesport. Mit sieben Titeln (1997, 2000, 2001, 2002, 2004, 2005, 2010) in der Deutschen Rallyemeisterschaft ist er der erfolgreichste deutsche Rallyefahrer der Gegenwart. 2008 gründete er sein eigenes Rallyeteam Kahle Motorsport. Neben dem Rallyefahren arbeitet Kahle auch als Fahrinstruktor.

Jens Herkommer stammt aus Schwarzenberg im Erzgebirge. Der heute 48-Jährige machte eine Ausbildung in einer ŠKODA Werkstatt und war der jüngste KfZ-Meister Sachsens. Seit 1992 betreibt Jens Herkommer in seiner Heimatstadt eine KfZ-Werkstatt mit derzeit zehn Beschäftigten. Jens Herkomer und sein Team sind verantwortlich für die historischen Rallye-Fahrzeuge von ŠKODA und bereiten sie auf sämtliche Einsätze vor. Seit zwölf Jahren arbeitet er mit Matthias Kahle zusammen.


Matthias Kahle und Jens Herkommer

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