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Elektroauto und Allradantrieb: Wie gut passt das zusammen?

Alles zur Funktionsweise des Allradantriebs

Die unbestrittene Allradkompetenz von ŠKODA steht bei Autofahrern hoch im Kurs. Das Interesse an allradgetriebenen Modellen ist so groß, dass ŠKODA sein Angebot konsequent ausbaut. Das 4×4-Portfolio umfasst aktuell die Modellreihen KAROQ, KODIAQ, OCTAVIA und SUPERB. Bekannt für ihr Offroad-Können sind zudem auch die SCOUT-Modelle, welche aktuell für die Modelle OCTAVIA COMBI und SUPERB COMBI konfigurierbar sind. Auch der neue ENYAQ iV verfügt über den kraftvollen 4×4 Antrieb: die beiden Motoren des ENYAQ SPORTLINE iV 80x leisten 195 kW** (Kraftstoffverbrauch kombiniert elektro 16,1 kWh/100km, CO2-Effizienzklasse A+) und stellen ein maximales Drehmoment von 425 Nm bereit. Doch wie funktioniert der Allradantrieb bei Elektrofahrzeugen und wie unterscheidet er sich zum Verbrenner?

Zunächst die Grundlage: Permanenter und zuschaltbarer Allradantrieb

Wie der Name es vermuten lässt, werden beim permanenten oder auch differentialgesteuerten Allradantrieb alle vier Räder konstant angetrieben. Damit die Kraft des Motors gleichzeitig an alle Räder übertragen wird, ist zwischen der Vorder- und Hinterachse ein sogenanntes Zentraldifferenzial (auch: Längsdifferenzial, Mitteldifferenzial) eingebaut, dass Verspannungen im Antriebsstrang verhindert. Um zu vermeiden, dass die Antriebsleistung durch ein Rad, das den Bodenkontakt oder auf glatter Fahrbahn die Haftung verliert, begrenzt wird, wird das zentrale Differenzial meist als Sperrdifferenzial ausgeführt. Alternativ können auch elektronische Systeme wie eine Anti-Schlupf-Regelung (ASR) eingesetzt werden. Ohne Sperre würde die gesamte Motorleistung an das Rad ohne Bodenhaftung geleitet und das Fahrzeug würde sich keinen Meter bewegen.

In den Serienmodellen von ŠKODA wird ausschließlich der zuschaltbare oder auch kupplungsgesteuerte oder auch „Hang-On“-Allradantrieb verbaut. Dieser bringt die Motorkraft bei normalen Straßen- und Fahrverhältnissen über die Vorderachse auf die Straße. Wenn die Regelelektronik jedoch erkennt, dass auf glatter Straße, beim Beschleunigen oder bei forscher Kurvenfahrt zusätzlich auch der Hinterradantrieb erforderlich ist, wird ein Teil des Drehmoments an die Hinterachse geleitet. Dieser Kraftschluss geschieht über die Lamellenkupplung, die üblicherweise mit dem Hinterachsdifferenzial an der Hinterachse sitzt.

Welche Vorteile bietet ein Allradantrieb?

Können beide Achsen angetrieben werden, erhöht sich die Gesamttraktion des Fahrzeugs. Dies macht sich bei Schnee und Eis, aber auch bei feuchtem Untergrund positiv bemerkbar. Das Fahrzeug lässt sich bei schneebedeckter Fahrbahn sicherer durch die Kurven lenken und erklimmt auch Steigungen wesentlich problemloser. Speziell zum Ziehen schwerer Lasten ist ein Allradantrieb eine große Erleichterung. Wer an nassen Tagen schon einmal seinen Wohnwagen über den Campingplatz ziehen musste oder den Pferdeanhänger zum Stall gefahren hat, kennt die Herausforderungen, die das zusätzliche Gewicht mit sich bringt. Deutlich bemerkbar wird der Allradantrieb auch beim Anfahren in unwegsamen Gelände.

Elektroautos und 4×4: Passt das wirklich zusammen?

Wir sagen: Auf jeden Fall! So spielt der Allradantrieb bei batterieelektrischen Fahrzeugen seine Vorzüge aus und bringt das enorme Drehmoment perfekt auf die Straße. Was den Passagieren im Fond direkt auffallen wird, ist die großzügige Beinfreiheit, da der Mitteltunnel entfällt. Während im Verbrenner die Kraft des Motors über eine Kardanwelle zur Hinterachse transportiert werden muss, wird im Elektroauto einfach ein zweiter Motor auf die Achse gesetzt, wodurch auch die Leistungsverluste, die bei Verbrennern durch die Verteilung der Kraft auf beide Achsen entstehen können, marginal werden.

Der ENYAQ SPORTLINE iV 80x: Alle vier Räder unter Strom

Der ENYAQ SPORTLINE iV 80x ist das erste rein batterieelektrische Fahrzeug mit Allradantrieb von ŠKODA. Typisch für Elektroautos ist der Hauptantrieb auch hier an der Hinterachse platziert. Im Fall des 80x ist es ein permanenter Synchronmotor mit einer Leistung von 150 kW** und einem maximalen Drehmoment von 310 Nm. An der Vorderachse ergänzt ein 80 kW** starker Asynchronmotor den Antriebsstrang. Damit wird ein elektrischer „Hang-On“-Allradantrieb kreiert, bei dem die Vorderachse nur bei Bedarf zugeschaltet ist. Gemeinsam leisten die beiden Motoren 195 kW** und stellen ein maximales Drehmoment von 425 Nm bereit. Die Power des Topmodells wirkt sich auch auf die Anhängelast aus: Anstelle der 1.000 kg des Basisfahrzeugs kann der ENYAQ SPORTLINE iV 80x 1.200 kg ziehen.

*Verbrauch nach Verordnung (EG) Nr. 715/2007; CO2-Emissionen und CO2-Effizienz nach Richtlinie 1999/94/EG. Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen, spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem “Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen” entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Str. 1, 73760 Ostfildern-Scharnhausen (www.dat.de), unentgeltlich erhältlich ist.

** Unter Umständen ist die maximale Systemleistung nicht voll verfügbar. Die in einzelnen Fahrsituationen verfügbare Leistung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. der Umgebungstemperatur, dem Ladestand, sowie der Temperatur, des Zustandes oder dem Alter der Hochvoltbatterie.
Elektrische Maximalleistung 195 kW: Gemäß UN-GTR.21 ermittelte Maximalleistung, welche für maximal 30 Sekunden abgerufen werden kann. Die in der individuellen Fahrsituation zur Verfügung stehende Leistung ist abhängig von variablen Faktoren wie zum Beispiel Außentemperatur, Temperatur-, Lade- und Konditionierungszustand oder physikalische Alterung der Hochvoltbatterie. Die Verfügbarkeit der Maximalleistung erfordert insbesondere eine Temperatur der Hochvoltbatterie zwischen 23 und 50 °C und einen Batterieladezustand > 88%. Abweichungen insbesondere von vorgenannten Parametern können zu einer Reduzierung der Leistung bis hin zur Nichtverfügbarkeit der Maximalleistung führen. Die Batterietemperatur ist in gewissem Umfang über die Funktion Standklimatisierung mittelbar beeinflussbar und der Ladezustand unter anderem im Fahrzeug einstellbar. Die aktuell zur Verfügung stehende Leistung wird in der Fahrleistungsanzeige des Fahrzeugs angezeigt. Um die nutzbare Kapazität der Hochvoltbatterie bestmöglich zu erhalten, empfiehlt es sich, für die tägliche Nutzung ein Ladeziel von 80% für die Batterie einzustellen (vor zum Beispiel Langstreckenfahrten auf 100% umstellbar).

ENYAQ iV 80X 195 kW (265 PS)

Kraftstoffverbrauch kombiniert elektro 16,1 kWh/100km, CO2-Effizienzklasse A+