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Einfach populär: der ŠKODA POPULAR

Der ŠKODA POPULAR erfreute sich unter Autofahrern schnell außerordentlicher Beliebtheit.

Vor über 86 Jahren, genauer gesagt am 6. März 1934, begann die Karriere des legendären ŠKODA POPULAR. Das erste Exemplar ging nach Zlín an den weltbekannten Schuhhersteller Baťa. Der POPULAR überzeugte mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis und seiner modernen Konstruktion. Er feierte sportliche Erfolge, fand reißenden Absatz und wurde in Dutzende Länder exportiert.

Technische Entwicklungen nach der Weltwirtschaftskrise

Ein Automobil konnten sich in den 1920er-Jahren in der Tschechoslowakei wie auch in vielen anderen Ländern nur wenige wohlhabende Bürger leisten. Aufgrund niedriger Produktionszahlen und hoher Besteuerung waren Autos für die meisten Menschen einfach zu teuer. Als im Herbst 1929 die Weltwirtschaftskrise hinzukam und die Aufbruchsstimmung der „Goldenen 20er“ abkühlte, spitzte sich die Lage weiter zu. ŠKODA war auf diese Zäsur vergleichsweise gut vorbereitet: Das 1895 – also vor 125 Jahren – von Václav Laurin und Václav Klement gegründete Unternehmen hatte Monate zuvor in Mladá Boleslav ein Werk mit moderner Fließbandproduktion in Betrieb genommen und konnte entsprechend preisgünstig fertigen.

Vor über 86 Jahren, genauer gesagt am 6. März 1934, begann die Karriere des legendären ŠKODA POPULAR. Das erste Exemplar ging nach Zlín an den weltbekannten Schuhhersteller Baťa. Der POPULAR überzeugte mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis und seiner modernen Konstruktion. Er feierte sportliche Erfolge, fand reißenden Absatz und wurde in Dutzende Länder exportiert.

Technische Entwicklungen nach der Weltwirtschaftskrise

Ein Automobil konnten sich in den 1920er-Jahren in der Tschechoslowakei wie auch in vielen anderen Ländern nur wenige wohlhabende Bürger leisten. Aufgrund niedriger Produktionszahlen und hoher Besteuerung waren Autos für die meisten Menschen einfach zu teuer. Als im Herbst 1929 die Weltwirtschaftskrise hinzukam und die Aufbruchsstimmung der „Goldenen 20er“ abkühlte, spitzte sich die Lage weiter zu. ŠKODA war auf diese Zäsur vergleichsweise gut vorbereitet: Das 1895 – also vor 125 Jahren – von Václav Laurin und Václav Klement gegründete Unternehmen hatte Monate zuvor in Mladá Boleslav ein Werk mit moderner Fließbandproduktion in Betrieb genommen und konnte entsprechend preisgünstig fertigen.

Auch mit dem Abschied von Fahrzeugen, die auf einem Leiterrahmen basierten, machte ŠKODA einen wichtigen Schritt hin zu Automobilen, die sich ein größerer Teil der Bevölkerung leisten konnte. Die Entwicklung der neuen Modellgeneration mit deutlich leichterem Zentralrohrrahmen und fortschrittlicher Einzelradaufhängung, die größeren Fahrkomfort bei gleichzeitig geringerem Wartungsbedarf boten, begann im Sommer 1932 unter der Leitung von Josef Zubatý im Prager Stadtteil Letňany.

Die Anfänge des POPULAR

Vorreiter der neuen Pkw-Generation war im April 1933 der ŠKODA 420 STANDARD, eine schlagkräftige Antwort auf die Wirtschaftskrise. Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Š 422, brachte er rund 250 Kilogramm weniger auf die Waage. Zugleich nutzte sein Vierzylinder-Viertakter mit einem Hubraum von 995 cm3 und einer Leistung von 20 PS die damaligen Steuervorteile geschickt aus. Der Preis betrug 29.800 Kronen.

Aufgrund der positiven Erfahrung mit dem 420 STANDARD entwickelte ŠKODA den POPULAR. Bereits die Einstiegsausführung – der Š 418 POPULAR – bot dank seines Zentralrohrrahmens, der Einzelradaufhängung rundum und der präzisen Zahnstangenlenkung selbst auf schlechten Straßen ein ausgezeichnetes Fahrverhalten. Hinzu kam eine günstige Gewichtsverteilung, denn das Getriebe rückte an die Hinterachse (Transaxle-System). Der 902 cm3 große Vierzylindermotor leistete 18 PS und verbrauchte lediglich sieben Liter auf 100 km. Der erste Prototyp entstand am 18. Januar 1934, bis Ende Februar folgten weitere 19 Exemplare der Versuchsserie.

Am 6. März 1934 wurde der erste ŠKODA POPULAR an einen Kunden übergeben: Ihn übernahm der international bekannte Schuh- und Reifenhersteller Baťa aus Zlín, der seinerzeit die Fahrzeuge von ŠKODA bereifte. Firmenchef Jan Antonín Baťa soll das Fahrzeug höchstpersönlich entgegengenommen haben. Einen Monat darauf, am 9. April, bestellte Baťa bei Ing. Karel Hrdlička – dem Direktor des Automobilwerks – 30 weitere POPULAR in den Ausführungen Halbcabriolet und Roadster. Angesichts der guten Erfahrungen mit dem modernen und sparsamen Wagen kaufte das Unternehmen später noch mehrere Dutzend weitere Exemplare des ab 17.800 Kč erhältlichen ŠKODA POPULAR, unter anderem auch mit geschlossener Nutzfahrzeug-Karosserie.

 

ŠKODA POPULAR in Indien

Ein verlässliches Fahrzeug

Der ŠKODA POPULAR erfreute sich unter Autofahrern schnell außerordentlicher Beliebtheit. Den Erfolg des ŠKODA 420 POPULAR ist unter anderem der bewiesenen Langlebigkeit der Fahrzeuge aus Mladá Boleslav zu verdanken. So brachen in den 1930er-Jahren zahlreiche Expeditionen auf, die Welt mit einem ŠKODA 420 zu erobern. Und sie kamen alle zurück, im Gepäck die Garantie für die Zuverlässigkeit ihres Wagens. Vier Fahrzeuge fuhren beispielsweise von Prag bis in das 11.000 Kilometer entfernte Kalkutta im damaligen Britisch-Indien. Der Rückweg führte das Quartett über Bombay. In Triest ging die Reisegruppe von Bord des Schiffes und kehrte über Italien, Jugoslawien und Österreich in die Heimat zurück, um die 15.000 Kilometer lange Gesamtstrecke abzurunden.

Auch die steil steigenden Produktionszahlen zeigen, wie gut der POPULAR bei den Kunden in der Tschechoslowakei und in Dutzenden von Ländern in aller Welt ankam: Zwischen 1934 und 1935 verdoppelte sich die Menge der gefertigten Fahrzeuge nahezu. Allein von 1935 bis 1939 gingen fast 6.000 Exemplare in den Export, 1935 erstmals auch nach China. Das markiert den Beginn der Handelsbeziehung von ŠKODA AUTO mit dem Reich der Mitte. 1936 rückte der Autohersteller dank der POPULAR-Baureihe zur Nummer eins auf dem heimischen Fahrzeugmarkt auf. Bis heute hat ŠKODA diese Position behaupten können.

Triumph auf dem internationalem Motorsportparkett

Im Januar 1936 errang ŠKODA einen ungewöhnlichen Erfolg im Motorsport: Das Team Zdeněk Pohl/Jaroslav Hausman, als Außenseiter gestartet, belegte mit einem modifizierten Roadster ŠKODA POPULAR bei der Rallye Monte Carlo den zweiten Platz in der Klasse bis 1.500 cm3. Das Unternehmen nahm diese Leistung zum Anlass, eine limitierte Serie sportlicher Modelle mit markantem Design aufzulegen – den ŠKODA POPULAR SPORT MONTE CARLO. Vor rund 80 Jahren feierte er auf dem internationalen Autosalon in Paris seine Messepremiere.

Ähnlich wie der Rallye-Wagen hatten auch die Kundenfahrzeuge den leistungsstärkeren Vierzylindermotor mit 1,4 Liter Hubraum und 23 kW (31 PS) vom Modell RAPID unter der Haube. Das Dreiganggetriebe saß an der Hinterachse und bildete dort einen Block mit dem Differenzial (Transaxle-System). Die Höchstgeschwindigkeit betrug rund 110 km/h, die wirksamen hydraulischen Bremsen rundeten das sportliche Naturell des ŠKODA POPULAR MONTE CARLO ab. 1936 betrug der Basispreis des Editionsmodells 28.500 Tschechische Kronen, während der Standard-Roadster POPULAR 1,0 l/16 kW (22 PS) bei 18.700 Tschechische Kronen startete.

Ein beliebtes Schmuckstück

Im Oktober 1937 ging das Facelift-Modell in den Verkauf, seine technischen Merkmale waren eine modifizierte Aufhängung und Abstimmung sowie ein verlängerter Radstand. Die kompakte Karosserie trug viele Elemente des damaligen Stromliniendesigns, die Scheinwerfer waren teilweise in die Kotflügel versenkt.

Heute sind vom Typ ŠKODA POPULAR SPORT MONTE CARLO rund ein Dutzend Autos erhalten, sie zählen zu den begehrten Oldtimern der Marke. Bereits 1968 erwarb das damals neu gegründete ŠKODA Museum ein schwarzes Coupé aus dem Baujahr 1937, um die Jahrtausendwende wurde es einer sorgfältigen Restaurierung unterzogen. Seitdem wird der Zweisitzer für Präsentationen der Geschichte der Marke aus Mladá Boleslav eingesetzt und nimmt an zahlreichen Oldtimer-Veranstaltungen teil. Ein weiteres Exemplar aus der limitierten Serie POPULAR SPORT MONTE CARLO wird zurzeit mit großer Sorgfalt in den Werkstätten des ŠKODA Museums restauriert.