Rückspiegel

120 Jahre ŠKODA Motorsport: Teil 2

Start in der Rallye-Weltmeisterschaft bis heute

(Ersten Teil verpasst? Hier geht es zu „120 Jahre ŠKODA Motorsport: Teil 1“)

1990er-Jahre: Weitere Erfolge und Start in der Rallye-Weltmeisterschaft

Die Rallye Monte Carlo markierte für ŠKODA auch den Beginn der jüngeren Motorsportgeschichte: Im ŠKODA FAVORIT 136 L gewannen Pavel Sibera und Petr Gross von 1991 bis 1994 vier Jahre in Folge ihre Klasse bei der „Königin der Rallyes“. 1994 sicherte sich ŠKODA in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft außerdem den Titel im F2-Cup für Fahrzeuge mit Motoren unter zwei Litern Hubraum und zwei angetriebenen Rädern. Im Jahr 1996 ließ das neue ŠKODA FELICIA Kit-Car die Konkurrenz in seiner Klasse bei der Rallye Monte Carlo hinter sich, das siegreiche Team waren einmal mehr Pavel Sibera und Petr Gross. Mit dem schwedischen Profi Stig Blomqvist am Steuer fuhr das ŠKODA FELICIA Kit-Car zudem auf einen beachtlichen dritten Gesamtrang bei der RAC-Rallye in Großbritannien. Im Januar 1997 konnten Emil Triner/Julius Gál den Klassensieg bei der “Monte“ wiederholen.

Mit dem 1999 vorgestellten ŠKODA OCTAVIA WRC stieg das Werksteam erstmals in die höchste Klasse der FIA Rallye-Weltmeisterschaft ein. Das 300 PS starke Allradfahrzeug mit Turbomotor war das erste sogenannte World Rally Car der Marke. Besonders erfolgreich verlief die Saison 2001 für ŠKODA Motorsport. Zum Auftakt driftete die deutsche Werksmannschaft Armin Schwarz/Manfred Hiemer auf den vierten Gesamtrang bei der Rallye Monte Carlo. Wenige Wochen später folgte beim härtesten WM-Lauf, der Safari-Rallye in Kenia, der größte Erfolg der Marke in der Rallye-Weltmeisterschaft: Schwarz/Hiemer holten einen herausragenden dritten Gesamtrang. Auch in zahlreichen nationalen Meisterschaften sammelte der ŠKODA OCTAVIA WRC Erfolge. Von 2003 bis 2007 übernahm das Nachfolgemodell ŠKODA FABIA WRC den Staffelstab. Das größte Ausrufzeichen mit dem ŠKODA FABIA WRC setzte 2005 der legendäre Colin McRae – er lag beim WM-Lauf in Australien sogar auf Kurs zu Rang zwei, bis ihn ein Missgeschick beim Service vorzeitig stoppte.

Kahle/Göbel auf Škoda Fabia WRC gewinnen vorzeitig die DRS 2006

Kahle/Göbel auf ŠKODA FABIA WRC gewinnen vorzeitig die DRS 2006

ŠKODA FABIA SUPER 2000 und ŠKODA FABIA R5 schreiben Motorsportgeschichte

2009 eroberte der ŠKODA FABIA SUPER 2000 die Rallye-Szene im Sturm. In den Jahren 2012 und 2013 gewann der Allradler mit Zweiliter-Saugmotor in den Händen des niederländisch-belgischen Duos Kevin Abbring/Lara Vanneste (NDL/BEL) und der deutschen Paarung Sepp Wiegand/Frank Christian seine Klasse bei der Rallye Monte Carlo. Zudem errang der ŠKODA FABIA SUPER 2000 drei Titel in Folge in der FIA Rallye-Europameisterschaft: 2012 mit den Finnen Juho Hänninen/Mikko Markkula, 2013 mit den Tschechen Jan Kopecký/Pavel Dresler und 2014 mit Esapekka Lappi/Janne Ferm aus Finnland. Darüber hinaus holte Juho Hänninen den Titel in der S-WRC-Kategorie der FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2011 und gewann 2010 die Intercontinental Rally Championship (IRC). 2011 und 2012 wurden die Norweger Andreas Mikkelsen und Ola Fløene Meister in der IRC. Der Titel in der FIA Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft (APRC) ging von 2012 bis 2014 drei Jahre in Folge an Teams im ŠKODA FABIA SUPER 2000. Insgesamt eroberte der FABIA SUPER 2000 weltweit 50 nationale und internationale Titel und schrieb damit das erfolgreichste Kapitel in der Motorsportgeschichte von ŠKODA, bevor ihn sein Nachfolger ablöste – der ŠKODA FABIA R5.

Der von einem 1,6-Liter-Turbomotor angetriebene FABIA R5 knüpfte auf Anhieb an die Erfolge seines Vorgängers an. Von 2016 bis 2019 sicherten sich mit Esapekka Lappi, Pontus Tidemand, Jan Kopecký und Kalle Rovanperä stets Werksfahrer von ŠKODA Motorsport mit dem verbesserten ŠKODA FABIA R5 evo die WRC2- beziehungsweise WRC2 Pro-Kategorie der FIA Rallye-Weltmeisterschaft. Die französischen Privatiers Pierre-Louis Loubet/Vincent Landais holten 2019 ebenfalls mit dem ŠKODA FABIA R5 evo den Fahrertitel in der Kategorie WRC2. Von 2015 bis 2019 gewann ŠKODA zudem fünf Jahre in Folge den Herstellertitel in den Kategorien WRC2/WRC2 Pro. Gleichzeitig feierte ŠKODA mehrere Titel in der FIA Rallye-Europameisterschaft (ERC), der FIA Asien-Pazifik-Rallye-Meisterschaft (APRC), der FIA Rallye-Meisterschaft Südamerika (CODASUR) und der FIA Rallye-Meisterschaft Afrika (ARC). Darüber hinaus fuhren Privatfahrer mit dem ŠKODA FABIA R5 und dem Nachfolgemodell ŠKODA FABIA R5 evo zu zahlreichen nationalen Meistertiteln.

2020: Der ŠKODA FABIA Rally2 evo setzt die Erfolgsgeschichte fort

Seit 2020 startet der ŠKODA FABIA R5 evo als ŠKODA FABIA Rally2 evo und entspricht damit seither vom Weltmotorsportverband FIA neu geordneten Klassensystem. Gleichzeitig änderte ŠKODA Motorsport seine Strategie in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft. Der Fokus richtete sich nicht mehr auf das eigene Werksteam, sondern auf die Unterstützung privater Teams. Mit Erfolg: Die deutsche Mannschaft Toksport WRT wurde WRC2 Team-Champion. Unter den 14 Titeln und Trophäen, die ŠKODA Kunden im Jahr 2020 holten, sticht einer für die tschechische Marke ganz besonders heraus: Barry McKenna und James Fulton aus Irland gewannen die ARA National Championship Trophy in den USA, der erste Titel dieser Art für den ŠKODA FABIA Rally2 evo.

Die WM-Saison 2021 begann mit einem weiteren Sieg für den ŠKODA FABIA Rally2 evo. Andreas Mikkelsen/Ola Fløene stürmten in der weiter entwickelten 2021er Generation des Fahrzeugs bei der Rallye Monte Carlo auf den ersten Platz in der WRC2-Kategorie. Eingesetzt wurde ihr ŠKODA FABIA Rally2 evo von dem durch ŠKODA Motorsport unterstützten Privatteam Toksport WRT aus Deutschland.

Andreas Mikkelsen/Ola Fløene (NOR/NOR) im ŠKODA FABIA Rally2 evo

Rallye Monte Carlo 2021: Andreas Mikkelsen/Ola Fløene (NOR/NOR) im ŠKODA FABIA Rally2 evo