Rückspiegel

120 Jahre Motorsport bei ŠKODA

Erfolgsgeschichten zwischen Le Mans und Monte Carlo

Wenn das kein Grund zur Freude ist: ŠKODA feiert 120 Jahre Motorsport-Geschichte und wir blicken zurück auf die größten Erfolge und Meilensteine „made in Mladá Boleslav“. Historische Siege, spektakuläre Rallyefahrzeuge und visionäre Technik: ŠKODA ist seit mehr als einem Jahrhundert eng mit dem Rennsport verbunden.

Vom auf Rallyepisten und Rundstrecken erfolgreichen ŠKODA 130 RS bis zu den einzigartigen Le Mans-Prototypen: Die Leidenschaft für Motorsport steckt tief in der DNA der Marke. Heute erinnern nicht nur die beliebten ŠKODA RS-Modelle an die Faszination ŠKODA Motorsport. Wir stellen die wichtigsten Meilensteine und Fahrzeuge der ŠKODA Erfolgsgeschichte vor.

Alles begann auf zwei Rädern – das legendäre Laurin & Klement Motorrad TB (1901)

Lange bevor die knapp 300 PS starken Rallye-Boliden aus Mladá Boleslav internationale Erfolge einfuhren, sorgten die Tschechen bereits 1901 für Furore auf zwei Rädern. Das damals noch junge Unternehmen Laurin & Klement, welches später zu ŠKODA AUTO werden sollte, erlangte beim Langstreckenrennen Paris-Berlin internationale Berühmtheit.

Im Mittelpunkt: das Motorrad TB. Werksfahrer Narcis Podsedníček fuhr die knapp 1.200 Kilometer lange Strecke in der für damalige Verhältnisse atemberaubend schnellen Zeit von drei Tagen. Das Problem: Niemand hatte ihn so zügig erwartet und dementsprechend war die Ziel-Zeitkontrolle noch nicht eingerichtet. Einzig die anwesenden Polizisten konnten seinen Sieg bestätigen, wodurch Narcis immerhin als moralischer Sieger in die Geschichte des Rennens einging. Der Trost: Zahlreiche weitere Erfolge und unzählige Siege sollten folgen.

Die Zukunft auf vier Rädern – Rekorde und Meilensteine

Zeit für ein neues Kapitel: Ab 1905 verschrieb sich die Marke dem Motorsport auf vier Rädern. Unvergessen bleibt dabei der Geschwindigkeitsrekord des Laurin & Klement FCS beim Rennen in Brooklands. Mit sagenhaften 118,72 Kilometer pro Stunde setzte der Wagen ein deutliches Ausrufezeichen. Tollkühner Pilot: Otto Hieronimus, der die Konkurrenz deklassierte.

Durch den Sieg bei der Rallye von Moskau nach St. Petersburg erlangte die Marke 1908 europaweite Aufmerksamkeit. Faszinierend: Der nur 16 PS leistende L&K FC setzte sich dabei sogar gegen bis zu 100 PS starke Konkurrenzfahrzeuge durch. Ob Bergrennen oder Langstrecken-Events: Die Rennwagen von Laurin & Klement gewannen von nun an unzählige Titel, darunter mehrfach die prestigeträchtige österreichische Alpenfahrt.

Neue Möglichkeiten dank ŠKODA

1925 begann mit dem Zusammenschluss von L&K mit dem Maschinenbaukonzern SKODA eine neue Ära. Spektakuläre Fahrzeuge und wegweisende Prototypen fanden ihren Weg vom Reißbrett auf die Rennstrecken dieser Welt. Unvergessen bleibt vor allem der 1950 in Le Mans angetretene ŠKODA SPORT, der mit seinen 50 PS in der 1.100-ccm-Klasse antrat. Obwohl dies das erste und bislang einzige Engagement der Tschechen in Le Mans war, lag der ŠKODA SPORT lange auf Platz zwei seiner Klasse, bis ein technischer Defekt nach 13 Stunden das Aus bedeutete. Dennoch gelang der Marke damit ein überzeugender Auftritt.

Mit dem darauffolgenden ŠKODA 1100 OHC schuf ŠKODA 1957 einen der wohl schönsten Rennwagen seiner Geschichte. Der nur 550 Kilogramm leichte Roadster erreichte knapp 200 km/h Spitzengeschwindigkeit und sorgte mit seiner atemberaubenden Optik international für Aufsehen.

Leidenschaft und High-Speed – Die ŠKODA Rallye Modelle

„200 Kuppe, R5 auf Schotter lang“. Was sich anhört wie der kryptische Code eines neuen Dan Brown-Romans, ist Teil der auf das Wesentliche verknappten Kommunikation zwischen Fahrer und Beifahrer im Cockpit der SKODA Rallye-Fahrzeuge. Das Wechselspiel aus Geschwindigkeit, Kurvenradien und Sprüngen ist Fahrkönnen in Perfektion. Bei bis zu 200 km/h zählt jede Sekunde. Die ŠKODA Rallye-Modelle zeigten sich dafür von Beginn an technisch bestens gerüstet.

Los ging es eine Nummer kleiner. Mit dem 31 PS starken ŠKODA POPULAR Roadster gelang bereits in den dreißiger Jahren ein sensationeller zweiter Platz bei der Rallye Monte Carlo. Dies machte den Wagen auch in der zivilen Version zu einem echten Erfolgsmodell. 1964 setzte ŠKODA zum Paradigmenwechsel an: Der ŠKODA 1000 MB war das erste Rallye-Fahrzeug der Marke mit Heckmotor. Auch in einer ganz anderen Kategorie brillierte dieser Motor: Miroslav Fousek gewann mit dem leichtgewichtigen Vierzylinder die osteuropäische Formel-3-Meisterschaft.

Der „Porsche des Ostens“ – ŠKODA 130 RS bewegt eine ganze Generation

Kein Fahrzeug prägte den Motorsport „made in Czechoslovakia“ so sehr wie der ŠKODA 130 RS. Der Hecktriebler schöpfte aus 1,3 Litern ganze 136 PS und zählte ab 1975 zu den heißesten Geräten im Rallye- und Rundstreckensport. Neben seinem doppelten Klassensieg bei der Rallye Monte Carlo 1977 gewann der unter anderem mit Karosserieteilen ausAluminium und glasfaserverstärktem Kunststoff veredelte Sportler auch die Markenwertung der Tourenwagen-Europameisterschaft 1981.

2WD-Weltcupsieg und die WRC-Ära – Basis der heutigen WRC2-Erfolgsserie

Mit dem ŠKODA FAVORIT gelangen die bis dahin größten Erfolge auf WM-Ebene. Der Fronttriebler siegte 1994 im FIA Rallye-Weltcup für zweiradgetriebene Fahrzeuge. Der nachfolgende ŠKODA OCTAVIA WRC fuhr dank Allradantrieb und 300 PS starkem Turbomotor international Achtungserfolge wie 2001 den dritten Platz bei der ultraharten Safari-Rallye ein.

„Auf den OCTAVIA WRC folgte der FABIA WRC und dann der FABIA SUPER 2000. Mit diesem wurde der Finne Juho Hänninen 2011 Weltmeister in der SWRC. 2015 begann die Ära des FABIA R5, mit diesem holten die SKODA Piloten unter anderem schon fünfmal in Folge den Team-Weltmeistertitel in der WRC2-Kategorie.“

Heute sorgt die aktuelle Auflage des ŠKODA FABIA Rally2 evo mit 425 Newtonmetern Drehmoment und über 280 PS Leistung für Erfolg und Aufsehen auf internationalem Rallye-Parkett. Zusammen mit dem FABIA R5 wurde der Turbo-Allradler bereits mehr als 400 Mal weltweit an Kunden verkauft – so viel wie kein vergleichbares Modell anderer Hersteller. Und diese Erfolgsstory soll weitergehen: Die Entwicklung der neuen Rally2-Version des neuen FABIA ist bereits in vollem Gange und läutet schon bald das nächste Kapitel einer internationalen Erfolgsgeschichte von ŠKODA Motorsport ein.

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